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Besuch aus Guatemala
17. - 30. Oktober 2012


Besuch aus Gutatemala 2012
Lehrer Tzunux, Direktor Vicente Xiloj, Hannelore Nusch, Übersetzer Stephan Worack


Jahreshauptversammlung
Die beiden Lehrer im Kreis der Mitglieder
bei der JHV
Nun waren also tatsächlich zwei Lehrer unserer Schule fast zwei Wochen in Deutschland: Juan
Vicente Xiloj, seit über 10 Jahren der Direktor der Schule, und Mario Tzunux, ein ehemaliger Schüler unserer Schule und nun seit drei Jahren Lehrer an „seiner“ Schule. Diejenigen, die im Oktober bei der Jahreshauptversammlung dabei waren, konnten sie ja dort kennen lernen. Zum ersten Mal hatten sie ihr Land verlassen. In der Hauptsache waren sie bei uns zuhause einquartiert, ein paar Tage waren sie bei Diemo Hänsler (u.a. Besuch der Mittelschule in Dietenhofen und einer Maschinenbauschule in Ansbach) und schließlich besuchten sie auch noch für drei Tage Leipzig, um dort Kontakt aufzunehmen zu Mitgliedern des Vereins „Mirador e.V.“, die ja in diesem Jahr die Krankenambulanz neben unserer Schule errichtet hatten.

Von dort aus machten sie sogar noch einen kurzen Abstecher nach Berlin, denn Berlin ist als Hauptstadt Deutschlands auch in Guatemala bekannt – und da sollte man schon dort gewesen sein, wenn man schon in Deutschland ist!

Viele neue Eindrücke mussten sie verkraften, und manchmal dachte ich, es ist zu viel, was da auf sie einströmt. Natürlich wurden sie immer wieder gefragt, was für sie hier in Deutschland am eindrücklichsten ist: die Sauberkeit und die Pünktlichkeit (der Bus fährt eben genau um 17.46 Uhr, um 17.48 Uhr ist man bereits zu spät dran!); dass es fast nur neue Autos gibt, dafür aber überhaupt keine Pickups (PKW mit offener Ladefläche), die in Guatemala zum normalen Straßenbild gehören; dass kaum Polizisten zu sehen sind, dass alles recht schnell geht und dass sie die Menschen hier als sehr eigenständig und selbstbewusst erleben.

Und Mario äußerte sich auch immer wieder erstaunt darüber, dass ich in Haushalt und Küche selbstverständlich mitarbeite. Bei ihnen zuhause liegt die ganze Last der Küchen- und Hausarbeit allein auf den Schultern der „ama de casa“, der Hausmutter.
bei Nusch
Mario Tzunux, Juan Vicente Xiloj,
Übersetzer Stephan Worack,
Renate Buchner, Eberhard Nusch (Vorstandsmitglieder)

Kühe
Im Stall

Selbstverständlich besuchte ich mit ihnen zusammen an einem wunderschönen Sonnentag die Altstadt von Nürnberg. Nürnberger Bratwürste mit Sauerkraut und Bier „Beim Tiergärtnertor“ schlossen den Rundgang ab. Der Tiergarten war ein weiteres Ziel. Allerdings hatten wir einen recht kalten Tag für den Besuch erwischt, so dass sich die Tiere sehr zurückgezogen hatten und sich die Begeisterung unserer Gäste in Grenzen hielt.

Besonders eindrücklich für beide war dafür der Besuch auf einem großen Bauernhof bei Sulzbach-Rosenberg. So viele Kühe auf einmal (ca. 150) hatten sie noch nie gesehen.
Und die reichlich tragenden Apfel- und Zwetschgenbäume hatten es ihnen besonders angetan,
so dass wir innerhalb kürzester Zeit eine stattliche Ernte mit nachhause nehmen konnten.

Zum Glück hatten wir auch die Möglichkeit, bei einem Club-Spiel dabei zu sein. Es war ein schwaches und langweiliges Spiel gegen den FC Augsburg, aber für unsere Gäste war die überwältigende Kulisse eines solchen großen Stadions viel wichtiger.
Apfelernte
Apfelernte auf dem Bauernhof

9. Klasse am Neuen Gymnasium
Besuch einer 5. Klasse am Willstätter-Gymnasium

Nachdem ich ja viele Kontakte zu verschiedenen Schulen habe, war es mir natürlich besonders wichtig, die eine oder andere zu besuchen. Leider hatten wir dafür nicht viel Zeit, so dass es nur im
Schnelldurchlauf ging. Aber die Schüler, vor allem die 5.-Klässler am Willstätter-Gymnasium, waren
begeistert und hatten ganz viele Fragen zu stellen.

In den 9. Klassen des Neuen Gymnasiums konnten die Schüler zudem ihre Spanischkenntnisse ausprobieren. Auch unseren beiden Gästen hat es in den Schulen besonders gut gefallen. Sie waren natürlich erstaunt über die Großzügigkeit der Klassenzimmer und über ihre Ausstattung.


Gerne wären sie da länger geblieben, aber stundenplantechnisch war das leider nicht möglich. Dafür haben wir von einer Bekannten von mir ganz viel von der Montessori-Pädagogik erfahren, und wir konnten auch die Klasse einer Grundschule besuchen, in der entsprechend dieser Pädagogik gearbeitet wird.

Diese Methode wäre ganz leicht auf die Verhältnisse unserer Schule in Guatemala zu übertragen, und sie würde auch vielen Kindern dort das Lernen sehr erleichtern. Mal sehen, ob sich die beiden haben inspirieren lassen und vielleicht das eine oder andere umsetzen.
Neues Gymnasium
Vor dem neuen Gymnasium

Lehrer Tzunux
Lehrer Tzunux mit Übersetzerin bei der JHV

Ein besonderer Wunsch unserer Gäste war es, unseren evangelischen Gottesdienst in Fischbach zu
besuchen. Es war ein sehr abwechslungsreicher, kommunikativer und kirchenmusikalisch reich ausgestatteter Gottesdienst, so dass die beiden ganz viel mitnehmen konnten, ohne alles verstanden zu haben.

Besonders schön war es, dass anschließend die Möglichkeit bestand, im Gemeindehaus bei
Kaffee und Gebäck miteinander ins Gespräch zu kommen. Und es war schon sehr erstaunlich, wie
viele Fischbacher Spanisch sprechen! Nachdem es mit meinen eigenen Spanisch-Kenntnissen noch
nicht ganz so weit her ist, war es wichtig, dass wir in einem meiner ehemaligen Schüler und in Renate Buchner, die ja nun in den Vorstand unseres Vereins gewählt wurde, zwei Übersetzer hatten, die perfekt Spanisch sprechen.

Natürlich haben wir unsere Gäste auch danach gefragt, wie es den Menschen im Hochland von Guatemala geht und wie sich vor allem die Situation der 230 Kinder unserer Schule darstellt. Unsere
Schule ist gleichsam ein Vorzeigeobjekt; sie ist weit besser ausgestattet als alle staatlichen Schulen
in der weiteren Umgebung, engagierte Lehrer unterrichten dort und die Kinder gehen gern in „ihre“
Schule.

Freilich die Armut der Familien dort droben ist erdrückend. Eine durchschnittliche Familie hat
sechs Kinder und muss normalerweise mit ca. 3 Euro am Tag auskommen. Da ist es klar, dass die
Familien kein Geld für die (Aus-)Bildung ihrer Kinder zur Verfügung haben. So kann der Besuch unserer Schule nur völlig kostenfrei sein; zudem bekommt jedes Kind ja täglich ein Frühstück und ein Mittagessen.

Als besonders problematisch sollte es sich dann noch herausstellen, die vielen Geschenke und Mitbringsel nach Guatemala im Gepäck für das Flugzeug unterzubringen. Manches mussten wir da lassen, und dann war es immer noch zu viel! Zum Glück hatten wir beim Einchecken einen ganz freundlichen Menschen erwischt, der uns half, alles richtig zu verstauen, ohne noch erhebliche Gebühren zu zahlen.

Kurz nachdem sie zuhause angekommen waren, gab es ja das entsetzliche Erdbeben in Guatemala. Das Epizentrum war nicht weit entfernt von unserer Schule, aber Gott-sei-Dank gab es in Chocruz nur leichte Erschütterungen, die keine Schäden verursacht hatten.

Mir selbst wurde durch den Besuch der beiden wieder einmal deutlich, in welcher Sicherheit und in welchem Wohlstand wir hier in Deutschland leben. Und umso mehr freut es mich, dass wir alle zusammen wenigstens in einer der vielen armen Regionen unserer Welt Kindern helfen können, Zukunft zu gewinnen. Deshalb heißt unser Verein ja auch

„Aldea Laura – Zukunft für Kinder“.

Eberhard Nusch
Direktor Xiloj
Direktor Xiloj mit Übersetzerin bei der JHV

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